Passepartout

Im Jahr 2006 beschlossen die Kantone Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn, Wallis und Freiburg, die EDK-Vorgaben zum Sprachenunterricht gemeinsam umzusetzen. Diese Kantone an der deutsch-französischen Sprachgrenze haben die Nachbarsprache Französisch als Einstiegsfremdsprache in der 3. Klasse gewählt und unter dem Namen «Passepartout» eine interkantonale Projektorganisation begründet. Seit August 2011 lernen im Kanton Basel-Stadt die 3. Klassen Französisch nach Passepartout und 2013 haben die ersten 5. Klassen mit Frühenglisch begonnen.

Interkantonale Vereinbarung

Das staatspolitische Zeichen, das die sechs Deutschschweizer Kantone an der Sprachgrenze mit Passepartout gesetzt haben, wurde im August 2006 mit einer interkantonalen Vereinbarung besiegelt. Diese Regierungsvereinbarung wurde im Kanton Basel-Stadt einstimmig durch das Parlament ratifiziert. Im Kanton Basel-Landschaft hatte das Stimmvolk im Rahmen des Entscheids zum Beitritt zum Harmos-Konkordat das letzte Wort.

nach oben

Pionierprojekt

Mit dem Projekt Passepartout organisieren erstmals sechs Kantone einen ganzen Fachbereich der Volksschule gemeinsam neu. Sie verwenden dabei dieselben Lehrmittel, die auf einen gemeinsamen Lehrplan für beide Sprachen abgestimmt sind. Auch die Lehrpersonen absolvieren alle dieselbe Weiterbildung. Deshalb arbeiten die Projektkantone eng mit den betreffenden Pädagogischen Hochschulen zusammen.

nach oben

Didaktik der Mehrsprachigkeit

Die Kinder sollen am Ende der obligatorischen Schulzeit ohne Scheu in Französisch und Englisch kommunizieren können. Passepartout orientiert sich dazu an der Didaktik der Mehrsprachigkeit. Damit hält ein neues Verständnis des Sprachenlernens Einzug ins Klassenzimmer: Die verschiedenen Sprachen werden miteinander verknüpft. Die Kinder lernen Deutsch, Französisch und Englisch nicht mehr isoliert, sondern können in jeder Sprache vom Gelernten profitieren. Der frühe Sprachenunterricht legt dabei grossen Wert auf das aktive Mittun der Schülerinnen und Schüler.

nach oben

Lehrplan und Lehrmittel

Mit «Mille feuilles» und «New World» hat Passepartout gemeinsam mit zwei Verlagen neue Lehrmittel für den Englisch- und Französischunterricht von der Primarstufe bis zum Abschluss der Sekundarstufe I entwickelt. Seit Januar 2010 liegt ein Lehrplan Französisch und Englisch vor, der als Grundlage zur Entwicklung der Lehrmittel sowie für die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen diente. Der Erziehungsrat Basel-Stadt hat am 28. Februar 2011 den Lehrplan Passepartout für Französisch und Englisch beschlossen. Dieser Entscheid wird mit der Einführung des Lehrplans 21 überprüft.

nach oben

Stundentafel

In der 3. und 4. Primarschulklasse hat jede Schülerin und jeder Schüler drei Lektionen Französisch pro Woche. In der 5. und 6. Primarschulklasse werden je zwei Lektionen Französisch und Englisch unterrichtet.
An der künftigen Sekundarschule sind auf allen drei Niveaus für den obligatorischen Unterricht in diesen beiden Fremdsprachen je drei Wochenlektionen reserviert. Insgesamt kommen alle Kinder so in ihrer obligatorischen Schulzeit auf 19 Wochenlektionen Französisch und 13 Wochenlektionen Englisch.

Zum Vergleich: In der auslaufenden OS wird Französisch während der ganzen drei Jahre in vier Wochenlektionen unterrichtet. Englisch kommt erst im letzten Jahr mit drei obligatorischen Wochenstunden dazu. In der Stundentafel WBS ist Französisch im E-Zug mit vier und im A-Zug mit drei Wochenstunden aufgeführt. Englisch ist nur im E-Zug obligatorisches Pflichtfach mit drei Lektionen pro Woche.

nach oben