Vor dem Kindergarten

Image Vor dem Kindergarten

Kinder sind neugierig und entdecken jeden Tag Neues – zu Hause ebenso wie auf dem Spielplatz, in der Spielgruppe, im Quartiertreffpunkt oder im Tagesheim. Für Kinder im Vorschulalter gibt es im Kanton Basel-Stadt eine grosse Auswahl an Angeboten. Eines davon ist obligatorisch: Kinder, die kaum oder kein Deutsch sprechen, müssen im Jahr vor dem Kindergarten eine Spielgruppe oder eine andere deutschsprachige Institution besuchen.

Obligatorische Deutschförderung

Damit jedes Kind möglichst gut in seine Schulzeit starten kann, fördert der Kanton das Deutschlernen vor dem Kindergarten. Kinder, die kaum oder kein Deutsch sprechen, müssen im Jahr vor dem Kindergarten eine Spielgruppe oder eine andere deutschsprachige Institution besuchen. An mindestens zwei halben Tagen pro Woche lernen sie dort spielerisch Deutsch. Je besser Kinder Deutsch sprechen und verstehen, desto leichter können sie im Kindergarten und in der Schule dem Unterricht folgen. Damit steigen ihre Chancen, in der Schule erfolgreich zu sein. Basel-Stadt ist der erste Kanton mit einer obligatorischen Deutschförderung vor dem Kindergarten.

Wann ein Kind vom Obligatorium betroffen ist, hängt von seinem Geburtsdatum ab:

  • Geboren zwischen 16. Juli 2011 und 31. Juli 2012:
    Obligatorium 2015 - Eintritt Kindergarten 2016
  • Geboren zwischen 1. August 2012 und 31. Juli 2013:
    Obligatorium 2016 - Eintritt Kindergarten 2017

Deutschkenntnisse bestimmen

Eltern erhalten eineinhalb Jahre vor dem Kindergarteneintritt ihres Kindes einen Fragebogen. Damit können sie die Deutschkenntnisse ihres Kindes zuverlässig einschätzen, auch wenn sie selber kein Deutsch sprechen. Den Fragebogen gibt es in elf Sprachen auch zum Bestellen.

Fragebogen online bestellen
 

Eltern suchen selber einen Platz

Werden Eltern verpflichtet, bestimmen sie selber, ob ihr Kind eine Spielgruppe, ein Tagesheim (Kita) oder eine Tagesfamilie besucht. Möglich ist auch, dass ein Elternteil einen Deutsch- und Integrationskurs für Erwachsene besucht und das Kind gleichzeitig im selben Haus betreut wird. Natürlich muss die Einrichtung auf Deutsch geführt sein. Verschiedene Vermittlungsstellen helfen bei der Suche nach einem Platz.

Spielgruppen mit Deutschförderung

Tagesheime

Fach- und Kontaktstelle für Spielgruppen in Basel und Region

 

Der Kanton beteiligt sich an den Kosten

Der Kanton beteiligt sich je nach Familieneinkommen an den Kosten der Deutschförderung in Spielgruppe, Tagesheim oder Tagesfamilie. Das gilt auch für Eltern, die ihr Kind freiwillig in eine dieser Einrichtungen schicken. Bei einer Verpflichtung zur Deutschförderung übernimmt der Kanton die Kosten ganz, wenn eine Spielgruppe gewählt wird. Informationen zu den Kosten sind bei den Vermittlungsstellen erhältlich.
 

Erfolgreiches Obligatorium

Eine obligatorische Deutschförderung vor dem Kindergarten gibt es bisher nur in Basel-Stadt. Eine Studie der Universität Basel zeigt, dass das Obligatorium wirksam ist. Kinder mit keinen oder wenig Deutschkenntnissen, die eine Spielgruppe mit Deutschförderung besucht haben, treten mit einem deutlich kleineren sprachlichen Rückstand in den Kindergarten ein. Eltern begrüssen die Initiative des Kantons: 2014 haben mehr als 99% der 1’700 kontaktierten Eltern den Fragebogen zur Einschätzung der Deutschkenntnisse ihres Kindes ausgefüllt. Etwa ein Drittel der Familien wurde verpflichtet. Die allermeisten Kinder, die verpflichtet werden, besuchen eine Spielgruppe. Insgesamt stehen genügend Plätze zur Verfügung.

Studie der Universität Basel 2014

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