Nachteilsausgleich

Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung oder Entwicklungsstörung haben Anspruch auf den so genannten Nachteilsausgleich. Das bedeutet, dass ihre besonderen Voraussetzungen bei Prüfungen berücksichtigt werden. Ein blindes Kind kann zum Beispiel die Prüfung mündlich statt schriftlich ablegen. Der Nachteilsausgleich verändert nur die Form und die äusseren Bedingungen der Prüfungssituation. In Bezug auf die Leistungsanforderung wird das betroffene Kind wie alle anderen Schülerinnen und Schüler bewertet.

Beispiele

  • Der Schülerin oder dem Schüler steht mehr Zeit zur Verfügung (individuelle Zeitvorgaben).
  • Die Schülerin oder der Schüler kann Hilfsmittel benutzen (Computer, Taschenrechner, Einmaleins-Tabelle).
  • Abbildungen werden vergrössert oder am Bildschirm präsentiert.
  • Die Schülerin oder der Schüler kann die Prüfung in einem separaten Raum ablegen.
  • Schriftliche statt mündliche Prüfung oder umgekehrt.
  • Differenzierte, aber gleichwertige Aufgabenstellung.

Wie läuft das Verfahren ab?

Damit ein Nachteilsausgleich gewährt werden kann, muss der Fachstelle Förderung und Integration ein schriftliches Attest vorliegen. Für das Einholen des Attests sind die Eltern verantwortlich. Meistens erstellt dies der Schulpsychologische Dienst. Den Befund reichen die Eltern dann zusammen mit dem ausgefüllten Antragsformular bei der Schulleitung ein. Die Schulleitung übernimmt die Weiterleitung an die Fachstelle. Wenn die konkreten Massnahmen für den Nachteilsausgleich festgelegt sind, informiert die Klassenlehrperson die Mitschülerinnen und Mitschüler. lm Zeugnis erfolgt kein Eintrag über den Nachteilsausgleich.
Das Attest ist für Primarschülerinnen und -schüler in der Regel drei Jahre lang gültig. Danach braucht es ein neues Attest. Dieses muss wiederum zusammen mit dem Antrag via Schulleitung zur Fachstelle gelangen. Ab der Sekundarschule und für Lernende gilt das Attest bis zum Ende der Schulzeit respektive der Berufslehre.

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